RTF in Volksdorf

Mit nur wenig schlechtem Gewissen bin ich bei dem schönen Wetter lieber im FKK-Bad in Volksdorf, als auf dem Fahrrad. Dabei habe ich mich für die 100 km der Vattenfall-Cyclassics angemeldet und ein wenig Training wäre dafür dringend nötig.
Im letzten Jahr bin ich die 50 km Strecke gefahren und sie kam mir ziemlich kurz vor. Allerdings war ich Dank meiner Radreise in Schweden auch gut trainiert. Die wenigen Touren in diesem Jahr waren doch eher gemütlich.

Da trifft es sich gut, als ich auf dem Rückweg vom Bad bei einem Fahrradhändler in Volksdorf ein Plakat entdecke:
Die RGH organisiert am 25.Juni eine RTF. Zur Auswahl stehen 44, 75, 115, 153 oder gar 220 km. Kurz entschlossen starte ich eine Rundmail um einige Mitfahrer zu finden: Frau R. und Sunsetbiker Chris sagen zu.

Mit der U-Bahn, in der sich jede Menge Radler befinden, fahre ich nach Volksdorf. Nur Chris kann ich unter den ganzen Radlern nicht entdecken. So mache ich mich alleine auf zum Startpunkt und treffe dort Frau R. Wir warten noch ein Weilchen, aber Chris taucht nicht auf. Mit Hunderten von Radlern legen Frau R. und ich gegen 9:10 Uhr los.
Irgendwo auf der Strecke Ahrensfelde, Siek, Linau schlägt Frau R. vor, sich einer Gruppe anzuschließen. Wir treten in die Pedalen und Frau R. zischt ab. Wie sehr ich mich auch quäle, ich schaffe es nicht, an die Gruppe heran zu kommen. Schon ziemlich fertig erreiche ich nach 25 km die Versorgungsstation in Linau und treffe dort auf eine immer noch frisch wirkende Frau R. Doch hier trennen sich unsere Wege entgültig, denn Frau R. fährt die 75 km Strecke.

Nach Müsli-Riegeln und Bananen mache ich mich also alleine auf den Weg. Durch lauter kleine Dörfer, von denen ich noch nie gehört habe, geht es weiter nach Kühsen. Dort ist bei Km 62 die nächste Versorgungsstation. Mir kommt die Strecke endlos vor. Immer wieder werde ich von Radlern überholt, die definitiv um einiges älter und dicker sind als ich. Meine Pause fällt diesmal etwas länger aus.
Und so sehe ich Chris den Berg zur Station heraufkommen.
Den Rest der Tour werden wir nun zusammen fahren. Wir stellen fest, dass Reiseradeln doch etwas anderes ist als so eine Rennradtour. Sonst fahren wir zwar mit 30 kg Gepäck, nehmen uns für 100 km aber einen ganzen Tag Zeit.

Nach 88 km sind wir endlich an der nächsten Versorgungstation in Todendorf. Selbst die Marathonfahrer, auf die wir dort treffen, sehen nicht so fertig aus wie wir. Ganz im Gegenteil: Auf uns wirken alle anderen ziemlich entspannt. Herzlos brennt die Sonne und so langsam bezweifle ich jemals ans Ziel zu kommen.
Doch wir schaffen es, uns nach der Pause wieder auf die Räder zu schwingen und kommen auch tatsächlich wieder in Volksdorf an.
Und wenn ich schon mal in Volkdorf bin, geht es natürlich gleich ins Sommerbad.

RTF-Strecke

Ein dickes Lob noch an die RGH. Eine sehr schöne Strecke, gut ausgeschildert und mit wenig Autoverkehr, und dazu die prima Versorgung unterwegs.
Kann man sich noch mehr wünschen?

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