Radreise im nördlichen Niedersachsen

Leider habe ich für diese Testreise nur 10 Tage Zeit. Aber so kann ich mein neues Rad schon mal kennenlernen und mich ein wenig auf eine - hoffentlich stattfindende - Tour im Herbst vorbereiten.
Wenn ich schon in Norddeutschland bleibe, möchte ich die Gelegenheit nutzen und meine Geschwister besuchen.
Deshalb sind Stade und Westerstede feste Ziele auf dieser Tour.

20. Juni

Am Vormittag nutze ich ein paar Sonnenstrahlen zwischen den Regenschauern um los zu fahren. Durch den Stadtverkehr drängle ich mich zur Elbe. Auf der Hamburger Seite will ich bis Schulau und dort mit der Fähre nach Lühe übersetzen.
demotivierendes Wetter Ziemlich nass geworden stelle ich in Schulau fest, dass die nächste Fähre erst in eineinhalb Stunden geht. Außerdem ist mir der Anleger suspekt. Sieht aus, als ob ich das Rad samt Gepäck eine steile Stahltreppe hinunter wuchten müsste.
Also fahre ich wieder zurück, setze von Teufelsbrück nach Finkenwerder über, um dann von dort durchs Alte Land nach Stade zu fahren. Dabei treffe ich auf einen Radler, der in 3 Tagen von Düsseldorf nach Hamburg gefahren ist um seine Freundin zu besuchen. Das muss wahre Liebe sein.
Ich kämpfe weiter gegen den stürmischen Gegenwind an. Ziemlich erschöpft und mit ersten Anzeichen von Druckstellen erreiche Stade erst am Abend. Dank der Umwege und des Gegenwindes war es wohl doch etwas viel für den ersten Tag.
Morgen gönne ich mir eine Pause und lasse mich von meiner Schwester verwöhnen!
81 km

22. Juni

Zwar gibt es den Radfernweg Hamburg - Cuxhaven, aber es gelingt mir nicht diesem zu folgen.
Ich habe einfach keine Lust an jeder Kreuzung oder Einmündung anzuhalten und zu gucken, ob der Feldweg oder die Straße zur Hauptroute gehören.
Auch die Beschilderung lässt zu Wünschen übrig. Wem nützt es, wenn erst nach dem Abbiegen ein Schild die richtige Richtung bestätigt?
Aber ich finde meinen Weg durch die Wingst und weiter über Otterndorf. Vor Cuxhaven nervt mich der Verkehr und ich beschließe, lieber gleich zum Campingplatz nach Sahlenburg zu fahren.
geliebtes ZeltDort hängt an der Rezeption nur ein Zettel mit der Erlaubnis dort zu übernachten, wenn man sich ein Ticket in der Stadt holen würde.
Ohne mich, ich fahre weiter zum nächsten auf der Karte eingezeichneten Campingplatz. Pech für mich, dass es den nicht mehr gibt! Bei Nordholz finde ich dann endlich ein Gehöft, dessen Garten offensichtlich zum Campen umgestaltet wurde. Hier kann ich endlich mein Nachtlager aufschlagen.
119 km

23. Juni

Aua, mein Sitzfleisch macht sich deutlich bemerkbar! Trotzdem geht es weiter entlang des "Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer".
am Deich Zu sehen bekomme ich davon allerdings nicht sehr viel: Der Radweg ist auf der falschen Seite des Deiches. Doch dafür begleiten mich viele Schafe und Kühe.
Interessanter finde ich da schon die Strecke durch den Bremerhavener Güterhafen.
In Bremerhaven kann ich endlich wieder eine Fähre benutzen. Es geht ein Stück den Weserradweg hinunter, nur um kurze Zeit später nach Dedesdorf über zu setzen und dann weiter nach Sandstedt zu radeln. Auf dem kommunalen Campingplatz der Gemeinde höre ich von Unwetterwarnungen und baue schnell mein Zelt auf.
Bei dem nun folgenden Sturm bin ich froh, nicht mehr auf dem Rad zu sitzen zu müssen.
60 km

24. Juni

die Weser Mit der Fähre geht es nun weiter nach Brake und von dort aus Richtung Westerstede. Da mich die ausgeschilderten Radrouten offensichtlich nur von Kuhweide zu Kuhweide führen, versuche ich dann doch auf möglichst direktem Weg voranzukommen. Ich möchte doch zwischendurch wenigstens mal einen Kaffee trinken können.
Am späten Nachmittag erreiche ich die überraschte Verwandtschaft.
68 km

25. Juni

Fehnradweg Dank der Fürsorge meiner Schwägerin geht es am Morgen wohlgenährt weiter nach Uplengen, von wo aus ich dem Fehnradweg nach Norden folge.
FehnradwegEndlich einmal eine Radroute, die mir wirklich gefällt. Außer vielen Pausenplätzen gibt es eine Menge wilder Übernachtungsmöglichkeiten. Aber dazu ist es noch zu früh am Tag. Schade,die Drahteseltränke habe ich leider verpasst.
DrahtesestränkeAber da mich meine Schwägerin ausreichend mit Proviant versorgt hat, sind die schönen Plätze am Kanal gerade gut genug für mich. Als ich den Ems-Jade-Kanal erreiche, muss ich mich entscheiden: Aurich oder Wilhelmshaven? Je näher ich Wilhelmshaven komme, umso mehr entwickelt sich der Radweg zu einer Katastrophe. Zuerst eine Schotterpiste mit vielen Schlaglöchern und dann so eng, dass bei Gegenverkehr einer absteigen und sich samt Rad ins Gras stellen muss. Laut Fahrradkarte "Hauptroute auf ruhiger Strecke".
Hauptrouteauch HauptrouteAls ich am Jadebusen ankomme, bin ich froh am Deich weiter radeln zu können. Dazu kommt jetzt auch noch Rückenwind und als ich dann von einer Aussichtsplattform auch noch den Deich hinunter fahren kann verpasse ich vor Begeisterung eine Abfahrt.
Wer ahnt denn auch, dass sich der Deich plötzlich gabelt? Trotzdem komme ich noch in Dangast an.
80 km

26. Juni

Deich Ich muss erst morgen in Bremen sein. Also kann ich mir heute jede Menge Zeit lassen. Es geht weiter am Deich entlang und ab Süderschweiburg wieder nach Brake. Von dort folge ich dem Weserradweg in südl. Richtung und komme schon am Nachmittag auf dem Campingplatz in Berne an. Der Weserradweg macht einen guten Eindruck auf mich. Vielleicht sollte ich ihn mal von Anfang bis Ende fahren. Muss ja nicht in der Hauptsaison sein.
62 km

27. Juni

Heute geht's nur noch die restl. Kilometer nach Bremen rein.
40 km

28. Juni

In einem Rutsch will ich heute nach Hamburg durchfahren. Bin gespannt, ob ich das schaffe.
Ich folge dem Radfernweg HH-HB und bin erstaunt über das schöne Bremer Umland. Bei Groß Meckelsen pausiere ich in der "Klostermühle", einem sehr schön gelegenem Ausflugslokal.
Dann geht es weiter nach Buxtehude und von dort durchs Alte Land wieder zum Fähranleger nach Finkenwerder. Natürlich wird aus einer Abkürzung mal wieder ein Umweg, aber am Abend komme ich glücklich zu Hause an.
Mein Allerwertester hat aber auch dringend eine Pause nötig :-)
140 km