Seit einigen Nächten ist es so kalt, dass ich im Schlafsack eine Ullfrottee-Hose trage. Schade, dass ich keinen entsprechenden Pulli haben.
Trotz Fleecepulli werde ich in der Nacht von Kälte geweckt.
Der Frost hat mich eingeholt. Das Kondenswasser an der Zeltwand ist gefroren. Mit einem wärmeren Schlafsack hätte ichs wahrscheinlich genossen. Ich ziehe eine zweiten Pulli über und schlafe weiter.
Beim Kaffeekochen am Morgen entdecke ich, dass mein Spiritus schon wieder zur Neige geht. Die Kälte abends und morgens fordert auch vom Spiritus ihren Tribut. Aber wo eine Apotheke finden?
Ich schaue aus dem Zelt und entdecke, in der Ferne auf der Straße, einen Radler mit einem Bob-Hänger. Das muß ein weiterer Reiseradler sein. Ich bin noch nicht der Letzte!
Als ich losfahre begreife ich, warum man in Nová Pec Hotel errichtet. Nová Pec liegt am Rand des Sumava Nationalparks.
Durch den Nationalpark zu fahren ist ein Genuß, auch wenn man nicht am Fluß ist. Bis nach Sto?ec geht es gut voran und die Landschaft fasziniert mich. Ich treffe Wanderer und Radfahrer.
In Sto?ec entdecke ich die schönsten Ansichtskarten auf dieser Reise und kaufe einen Stapel, den ich im Lokal noch schnell beschreibe und abschicke.
Hier höre ich auch, dass das Wetter umschlagen soll.
Was mache ich nur? Ohne Spiritus bei Kälte und evtl. Nässe in dieser schönen Gegend weiter fahren oder zum nur 4 km entfernten Grenzübergang Haidmühle? Die Entfernung nach München scheint auf beiden Strecken ähnlich zu sein.
Wenn schon kalt und naß dann wenigstens etwas Warmes kochen können, also Haidmühle.
Schon bin ich wieder in Deutschland, habe zur Orientierung aber nur die Übersichtskarte vom Bayernnetz für Radler.
Nach zwei vergeblichen Versuchen, der Radwegausschilderung zu folgen, hangele ich mich doch lieber mit Hilfe der Autoschilder von Ort zu Ort. Auf den Landstraßen macht es ziemlichen Spaß, ich habe das Gefühl, fast nur bergab zu fahren.
Hinter Waldkirchen bin ich allerdings auf der B12.
Entsetzlich, da sind mir Autobahnen ich Tschechien lieber.
An der nächsten Tanke kaufe ich eine Kompass Karte. Eine anstrengende Steigung bei Büchlberg, dann führt mich die Alte Glasstraße nach Salzweg, wo ich Spiritus und Süßigkeiten kaufe.
Jetzt schnell nach Passau und dann am Innradweg weiter. Aber ich bin auf der falschen Seite und plötzlich finde ich mich in Österreich wieder. Es beginnt zu dämmern, aber niemand hier weiß einen Campingplatz in der Nähe.
So frage ich einen Häuslebauer vor Schärding, ob ich mein Zelt auf der Wiese neben dem Haus aufstellen kann.
91 km
2012:
330 km
2011:
2813 km
2010:
3339 km
2009:
5112 km