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14. Sept. Hamburg - Neu Darchau

Nachdem mein Rad, seit nunmehr einer Woche im Wohnzimmer mehrmals be- und entladen wurde, soll es nun endlich losgehen. Pünktlich um 6.00 Uhr klingelt der Wecker und - nachdem ich mit meinem Becher Kaffee lange genug die Wände angestarrt habe - bin ich um 8.20 Uhr endlich abfahrbereit. Die Sonne hat zwar noch keine Kraft, aber es sieht aus, als würde sie die Wolken heute noch besiegen. Bei Regen loszufahren hätte mich doch sehr gestört.

Es ist Sonntagmorgen und ich habe die Stadt fast für mich alleine. So kann ich mich voll und ganz auf die Suche nach dem Elberadweg konzentrieren. Als ich in Rothenburgsort glaube, mich völlig verfahren zu haben, stehe ich plötzlich vor einem Schild Elberadweg.

Fünfhausen Es hat zwar keine Richtungsangabe, aber ein wenig Orientierungssinnn ist mir noch geblieben. Nun kann ich endlich fröhlich und sorgenfrei drauf los radeln. Naja, fast sorgenfrei. Die Beschilderung läßt manchmal sehr zu Wünschen übrig. Nicht selten sind die Schildchen gut versteckt, oder seitlich von der Fahrbahn angebracht. Auch kann es an Gabelungen schon mal vorkommen, dass ein Schild links von der Gabelung geradeaus zeigt, damit aber den Weg auf der rechten Seite meint.

Es geht über Deiche, durch Schrebergartenkolonien, durch Wiesen und Felder, nur von der Elbe ist nicht viel zu sehen.

Schleuse In einem Dorf kommen mir drei Radlerinnen entgegen, von denen eine wie wild strampelt und schon fast leuchtet wie eine rote Ampel. Die Arme konnte nur noch im kleinsten Gang fahren, weil die Mädel nach einer Reifenreparatur mit der Rohloffnabe nicht klar kamen. Obwohl ich so eine Nabe auch noch nie gesehen habe, aber auch nicht noch mehr kaputt machen kann, versuche ich mein Glück. Ich erinnere mich an alte Dreigangnaben, bei denen man ein Stäbchen in die Nabe einführen mußte. Im gleichen Moment bringt mir eines der Mädel ein Stäbchen, das irgendwo dazu gehören müßte. Und siehe da: Es gelingt mir, das Teil funktionsfähig einzubauen.

Jedenfalls funktioniert es so lange die Mädel in Sichtweite sind ... Danach ???

Waldweg Wald Meinen ersten Schrecken bekomme ich kurz hinter Geesthacht im Naturschutzgebiet: Wieso gibt es hier Berge? Und plötzlich habe ich den Verdacht, zu viel Gepäck mitgenommen zu haben.

Doch der nächste Schreck läßt nicht lange auf sich warten:

In Lauenburg, nach einem kurzen Stück gut befahrbaren Weges, direkt an der Elbe, geht es im rechten Winkel nach links auf gröbstes Kopfsteinpflaster. geflickter Lowrider Ein lautes Knacken, dann viel Geschäpper, der Lowrider ist gebrochen! Mit Textilklebeband und Kabelbindern kann ich ihn notdürftig reparieren, und hoffen, dass er hält, bis ich einen Neuen gefunden habe.

Baustelle In Lauenburg wechsle ich die Elbseite, da mir die Strecke auf dieser Seite kürzer erscheint. Von einer Baustelle bei Brackede abgesehen, kann ich bis nach Bleckede auf relativ guter Oberfläche durchfahren. Nach einem Stück Feldweg geht es dann auf relativ guter Strecke bis nach Neu Darchau.

Auf dem Campingplatz in Klein Kühren frage ich mich allerdings, ob es nicht gesünder ist auf die Dusche zu verzichten ... Trotzdem nehme ich mir die Zeit, meinen Allerwertesten genauer unter die Lupe zu nehmen (manche Erlebnisse vergißt man nie). Aber er scheint an diesem Tag keinen sicht- oder fühlbaren Schaden genommen zu haben. Ich bin verwundert und erfreut. Habe ich endlich einen Sattel gefunden der mir paßt? 105 km

weiter zum 15.09.



Jahreskilometer

2012:

330 km

2011:

2813 km

2010:

3339 km

2009:

5112 km

Termine

19.08.12

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