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23. Sept. Königstein - Litomerice

Heute soll es nun endlich in die Tschechei gehen.
Die Uferstraße gleich hinter dem Campingplatz, ist gesperrt, die Umleitung scheint über einen Berg zu führen, und so nehme ich die Fähre auf die andere Elbseite und bleibe auf der Hauptroute.
Gleich zu Beginn machen mir, die in der Karte eingezeichneten kleinen Steigungen, ganz schön zu schaffen. Jedes Gramm meines Gepäcks will mich zurückziehen. Ich bin halt ein echter Flachländer.

In Bad Schandau ein letzter Einkauf im Penny. Die drei Hamburger Radlerinnen, die ich dabei treffe, verstehen nicht, dass ich den Elberadweg zwischen Hamburg und Magdeburg nicht so toll fand. Sie versuchen mein beladenes Rad anzuheben und finden es zu schwer.
Das kann man ja gar nicht tragen! Ähem, mein Fahrrad soll mich tragen, nicht umgekehrt.

Um auf der Hauptroute zu bleiben, wechsle ich wieder die Elbseite. Diesmal über eine Brücke. Nach einigen Kilometern sehe ich auf der anderen Seite den Grenzübergang. Auf dieser Seite der Elbe sollte er dann auch nicht mehr weit sein.

Elbsandsteingebirge Certova Mir kommen einige Radler entgegen, und mit geschlossenen Mündern rufen wir uns ein "Hallo" zu.
Woran erkennt man einen freundlichen Radfahrer? An den Fliegen zwischen den Zähnen. Den Mund zu öffnen kann man hier wahrlich nicht wagen.
Dann zwei Pfeiler auf dem Radweg und ein Schild. Im Fahren halte ich das für einen Hinweis auf den kommenden Grenzübergang.

 

Aber nein, das war der Übergang. Ich bin in der Tschechei.

In Certova Voda fangen zwei Männer lauthals an zu lachen, als sie mich sehen. Was die nur haben? Sekunden später weiß ich es. Nach eine Kurve geht es steil bergauf. So plötzlich, dass ich nur noch absteigen kann.
Aber auch das Schieben ist mit dem Gepäck nicht so einfach. Alle zehn Schritte die Bremsen anziehen und ausruhen.
Für die Zukunft merke ich mir, möglichst schnell runterzuschalten und auf keinen Fall abzusteigen.
Die Straßen hier sind schmaler als in Deutschland, aber irgendwie kommen die wenigen Autos doch an mir vorbei.

Decin In Deci­n suche ich als erstes einen Bankomaten, nicht eine einzige CZK habe ich dabei.
Als ich nach einer Irrfahrt durch Deci­n endlich den Radweg finde, ziehen dunkle Wolken auf. Nach den ersten Tropfen bin ich schnell durchnäßt und ohne Sonne wird mir kalt. In die Pedalen treten und warm strampeln, so werde ich nach dem Regen auch schnell wieder trocken.
Bei Usti führt der Weg dann tatsächlich über eine Treppe! Deshalb sprachen die Hamburgerinnen von "Fahrrad tragen". Die Schlepperei mute ich mir nicht zu, sondern suche mir einen Weg durch die Straßen.

Litomerice Auf dem Radweg, der sowohl gute Landstraße, aber auch schlechte Schotterpiste sein kann, komme ich bis Litomerice.
Litomerice Durch eine Unterführung geht es auf die andere Seite des Bahnhofs und so zum Campingplatz.
Nachdem ich den Platzbetreiber geweckt habe, lasse ich mir erst einmal einen Kaffee machen und stelle dann mein Zelt auf.
Toll, man bekommt hier sogar etwas zu essen, zu Preisen, bei denen sich das Kochen im Zelt nicht lohnt. Für 140 CZK bekomme ich ein Essen und zwei große Biere.
Gegen 23.00 Uhr weckt mich der Campingplatzbetreiber, um mir zu sagen, dass er mein Fahrrad später ins Lokal holt, damit es über Nacht eingeschlossen ist. Nur abgeschlossen ist es ihm nicht sicher genug.
Was für ein Service.
94 km

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Jahreskilometer

2012:

330 km

2011:

2813 km

2010:

3339 km

2009:

5112 km

Termine

19.08.12

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