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Nordkap-Tour Teil 4: Lövberga - Kåbdalis

Sa. 20.06.

(Midsommardagen)

Oscar Heute machten wir wieder einen Ausschlaf-Tag.
Pausenplatz Es war sonnig, aber windig und nicht ganz wolkenfrei. Während des Frühstücks sahen wir von den Zelten aus einen Reiseradler, der in Gegenrichtung unterwegs war und an der Rezeption eine Pause machte.
Wir waren zwar neugierig, aber zu träge um hinzugehen und ihn auszufragen.

Mittsommerbaum Als wir uns gegen 12:00 Uhr auch auf den Weg machten, war der Radler natürlich schon von dannen gezogen. Der Wind wehte aus unterschiedlichen Richtungen, manchmal schob er und manchmal bremste er uns.
Wir radelten 26 km, dann entdeckten wir in Väster-Hoting eine geöffnete Tankstelle mit einem kleinen Supermarkt. Da wir nicht sicher waren, ob in Hoting die Supermärkte an Mittsommer geöffnet hatten, machten wir an der Tankstelle eine Pause und kauften den nötigsten Proviant.
Nun brauchten wir in Hoting nicht mehr nach Einkaufsmöglichkeiten zu suchen und fuhren direkt weiter in Richtung Lappland. Um 15:00 Uhr erreichten wir bei strahlendem Sonnenschein die Grenze nach schwedisch Lappland.

Oscar Ludger Nachdem wir uns über das Erreichen dieses Etappenziels genug gefreut hatten, schwangen wir uns wieder auf die Räder und fuhren nach Dorotea. Dort kauften wir in einem Supermarkt, der trotz Mittsommer einige Stunden am Tag geöffnet hatte, weiteren Proviant und machten uns auf die Suche nach einem netten Picknickplätzchen.
Wir hatten das Zentrum von Dorotea gerade verlassen und einen Pausenplatz am See entdeckt, da fielen auch schon die ersten Regentropfen. Wie gut, dass der Platz einen überdachten Essplatz hatte, denn nun begann es richtig zu schütten. Das Leuchtthermometer an der Straße zeigte 8° C an.
Nach zwanzig Minuten waren wir gesättigt und das Unwetter vorbei. Auf nasser Straße, jedoch mit Sonnenschein und angenehmerer Temperatur, machten wir uns auf den weiteren Weg in Richtung Vilhelmina.

Wir radelten etwa 30 km auf dem Inlandsväg, den wir fast für uns alleine hatten, dann machten wir eine Pause auf dem Rastplatz von Meselefors. Eigentlich machte nur ich eine Pause, denn Oscar hatte immer noch nicht daran gedacht, ausreichend Getränke mit sich zu führen und musste zum Campingplatz fahren, um dort einzukaufen.
Himmel Dann nahmen wir die letzten 24 km nach Vilhelmina in Angriff. Dort fuhrem wir zum Saiva Campingplatz und waren begeistert.
Ein wunderschöner Platz direkt am Baksjö und dem besten Servicehaus das mir je begegnet ist. Leider war es auch auf diesem Platz ohne ausreichend Kleidung und Mückenmittel nicht auszuhalten.
Mitternachtssonne Ausreichend geschützt konnten wir vor den Zelten sitzen, dunkle Regenwolken und den in der Ferne nieder fallenden Regen beobachten. Leider musste ich beim Sitzen auf der Isomatte feststellen, dass diese Luft verliert.

Oscar Oscar Oscar ließ es sich nicht nehmen, im Schein der Mitternachtssonne noch ein Bad im eiskalten Baksjö zu nehmen.
108 km | 5:48 Std. | 18,9 km/h

So. 21.06.

Flagge Trotz defekter Isomatte schlief ich ausgezeichnet. Die Zeltwiese war offensichtlich weich genug für mich.
Um 10:45 Uhr verließen wir den Campingplatz und fuhren in die Stadt. Ich wollte nach einer einfachen Isomatte Ausschau halten.
Oscar behauptete zwar seine Matte sowieso entsorgen zu wollen und bot sie mir deshalb zum Geschenk, aber darauf mochte ich mich nicht einlassen. Ich hätte mich verpflichtet gefühlt sie zurück zu geben, falls wir mal auf harten, kalten Fels übernachten sollten.
In den Vilhelminas Supermärkten gab es alles, nur eine Isomatte konnte ich nicht finden. So schleppte ich die defekte Matte weiter mit mir herum.

Bei sengender Sonne quälten wir uns bergauf um Vilhelmina verlassen zu können. Danach stampften wir, überwiegend gegen den Wind, die 26 km bis Vojmån. Hier, am Rast- und Campingplatz, legten wir unsere erste Pause ein.
Nach einer halben Stunde schwangen wir uns wieder auf die Räder, fuhren einige Kilometer und mussten dann durch eine Baustelle.
Baustelle Diese Baustelle glich eher einem Geröllfeld. Zu Beginn konnten wir uns noch einigermaßen in den Fahrspuren halten, doch die gab es nach der ersten Kurve nicht mehr. Wir schafften es unversehrt, aber von den Autos ziemlich eingestaubt, durch dieses Geröllfeld zu kommen.
Baustelle Laut den Verkehrsschildern war die Baustelle nur 1,1 km lang, doch gefühlt waren es mindestens 5 km, und wir waren hinterher ganz schön geschafft und schon wieder hungrig.
Gras Nach einer kurzen Müsli-Riegel-Pause am Straßenrand ging es auf normalem Asphalt weiter, und wir schafften es bis ins Wildniscafé in Storbäcken. Hier probierten wir ein Rentier-Kebab. Sehr lecker, aber für seinen Preis ziemlich klein. Doch er reichte, um hinterher weiter bis nach Storuman zu fahren. Wollgras

Wir hatten beide keine Lust mehr weiter zu fahren oder nach einem Lagerplatz zu suchen und fuhren deshalb hier auf den Campingplatz.
Beide hatten wir den Eindruck, dass die Steigungen kürzer, aber auch härter wurden. Das konnten auch die Abfahrten mit Gegenwind nicht ausgleichen.
Über den Preis des Campingplatzes waren wir entsetzt. 150:- SEK zahlten wir pro Person. Es gab keine Abgrenzungen und wir fühlten uns als lagerten wir irgendwo an einem Stadtpark-See.
Aber vielleicht war der Preis ja doch gerechtfertigt, es war seid langem der erste Platz ohne Mücken!
72 km | 4:20 Std. | 16,9 km/h

Mo. 22.06.

Um 9:00 Uhr verließen wir den Campingplatz, um im Ort nach einer Isomatte zu schauen. Es gab tatsächlich ein Outdoor-Geschäft, welches aber erst um 10:00 Uhr öffnete.
Während ich auf den Ladeninhaber wartete, versuchte Oscar sein Glück mit der Bibliothek, um dort ins Internet zu können. Doch die Bibliothek öffnete erst um 12:00 Uhr.
Ich hatte mehr Glück, der Laden wurde schon früher geöffnet und ich hatte die Auswahl zwischen einer ganz einfachen Matte, einer selbstaufblasbaren und einer Daunenmatte. Die einfacher Matte sah mir zu sehr nach Teer aus und so nahm ich für 499:- SEK die Selbstaufblasende. Beim Einkauf im nächsten Supermarkt entsorgte ich meine alte Matte.

Um 10:15 Uhr waren alle Einkäufe erledigt und wir waren wieder auf dem Inlandsväg unterwegs.
Bei Sonnenschein und endlich einmal relativ gutem Wind hatten wir um 12:00 Uhr 37 km geschafft und machten im Sandsjögård Mittagspause. Als Tagesgericht gab es Kartoffeln, Gemüse und Kotelett mit Preiselbeermarmelade.
Nach dem Essen trafen wir auf drei deutsche Frauen, die sich trotz ihrer Bewunderung für unsere Tour, nicht davon abhalten ließen mir die letzte Postkarte mit samischen Motiven weg zu kaufen.

Inzwischen war es 13:00 Uhr und wir machten uns auf den Weg nach Sorsele. Ich hielt kurz an, um mir einen Platz etwas genauer anzusehen, da machte ich Bekanntschaft mit Bremsen, die mich aussaugen wollten. Bremsen kannte ich zwar aus meiner Kindheit, doch im Vergleich dazu kamen mir diese riesig vor. Schnell sprang ich wieder aufs Rad.
Der Wind war uns weiterhin wohl gesonnen und so waren wir schon gegen 15:00 Uhr in Sorsele. Wir suchten den Supermarkt auf und beschlossen, wenigstens noch die Provinz Norrbotten zu erreichen.
Der Wind muss heute aus südwestlichen Richtungen gekommen sein, denn obwohl wir jetzt strikt Richtung Osten fuhren, kamen wir immer noch flott voran.

Berg Als wir um 17:30 Uhr Slagnäs in Norrbotten erreichten, verließen den Inlandsväg, um im Lanthandel einzukaufen und uns satt zu essen. Den Campingplatz hier ignorierten wir, lieber wollten wir das gute Wetter und den Wind nutzen.
Wir radeln 25 km, dann brauchte ich eine Zigarrettenpause am Straßenrand. Vor drei Jahren saß ich am selben Platz in Avaviken und die Informationstafel wurde seitdem nicht erneuert.
Berg Nun wurde ich von Unmengen kleiner Fliegen umringt. Da die sich aber wegen der Zigarette im Gesicht nur mit meinen Beinen beschäftigten und mir auch sonst ganz harmlos schienen, ertrug ich das Kribbeln, statt die Flucht zu ergreifen.

Wir traten weiter in die Pedalen und kamen um 21:00 Uhr auf dem Campingplatz in Arvidsjaur an.
Bein Bein Bei einem Blick auf meine Beine entdeckte ich eine Menge Einstiche und kleine Streifen geronnenes Blut. Das konnten nur diese kleinen, scheinbar doch nicht so harmlosen Fliegen gewesen sein.
Die Hauptstraße in Arvidsjaurwar zwar eine einzige Baustelle, aber bei der Durchfahrt machte der Ort diesmal einen sehr angenehmen Eindruck auf mich.
Auf dem Campingplatz waren mal wieder Unmengen von Mücken, aber sonst machte er einen vorzüglichen Eindruck auf mich, bis ich das Servicehaus betrat. Sehr kleine, schmutzige Duschkabinen im selben Raum wie die Toiletten, und auch die Küche war alles andere als Appetit anregend.
164 km | 8:15 Std. | 20,1 km/h

Di. 23.06.

Inlandsväg Inlandsväg Gegen 10:30 Uhr verließen wir den Campingplatz. Oscar hatte sich nun doch entschlossen etwas mehr Flüssigkeit mit zu nehmen, und so suchten wir im Ort nach einem Fahrradgeschäft, um einen zusätzlichen Flaschenhalter zu bekommen.
Von Passanten bekamen wir jede Menge Hinweise, doch wo immer wir auch suchten, wir wurden nicht fündig. So musste sich Oscar eine zusätzliche Flasche auf den Gepäckträger schnallen. Den Platz dafür schuf er, indem er tatsächlich seine Isomatte entsorgte.

Landschaft Um 12:15 Uhr verließen wir Arvidsjaur endgültig. Wieder einmal gegen den Wind machten wir uns auf den Weg nach Moskosel. Nach zweieinhalb Stunden kamen wir dort an und suchten nach einem Café im Ort.
Oscar Wir fanden eine Art Imbiss-Bude bei einem Campingplatz. Der Geruch, der der Küche entströmte, ließ uns die Nasen rümpfen und auf ein warmes Essen verzichten. Wir beschränkten uns auf Kaffee und Kuchen und fuhren dann die wenigen Meter zum schönen Rastplatz, um uns am Reiseproviant zu stärken.

Piteälven Bei schwächerem Wind, anstrengenderen Steigungen und sengender Sonne radelten wir weiter. Auf einem Rastplatz am Piteälv legten wir eine kurze Pause ein.
Leicht war das Fahren heute wirklich nicht, aber wir traten weiter in die Pedalen. Oscar fuhr voraus und musste immer wieder auf mich warten.
Oscar So wartete er auch ca. 15 km vor Kåbdalis an einem kleinen See auf mich und schwärmte mir dann von diesem schönen Platz vor. Wollte Oscar an einem Grillplatz in einem Kiefernwald tatsächlich wild campen?
Nachtlager Wir begutachteten den Platz, befreiten ihn weitgehen von Kiefernzapfen und bauten in Gesellschaft von Mücken die Zelte auf.
Der einzige Nachteil war, dass der Zugang in den See felsig und rutschig war. Doch es war nicht unmöglich, und statt einer Dusche nahmen wir ein Bad im See.
Ich war gespannt, wie Oscar die Nacht ohne Isomatte verbringen würde.
85 km | 5:02 Std. | 17,1 km/h

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Jahreskilometer

2012:

330 km

2011:

2813 km

2010:

3339 km

2009:

5112 km

Termine

19.08.12

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