Uaah, heute morgen sieht es aber trübe aus.
Schnell mache ich das Zelt wieder zu und schlafe noch eine Runde. Vom Klappern der Pontons werde ich geweckt. Was ist denn da los? Ich linse aus dem Zelt:
Ein älterer Mann im Bademantel geht über die Pontons, lässt den Mantel fallen, nimmt Anlauf, springt kopfüber ins kühle Nass, kommt wieder heraus, trocknet sich ab und geht wieder. Ein kurzes Vergnügen.
Aber was der kann, kann ich auch. Vielleicht entpuppt es sich ja als gute Alternative zwischen Katzenwäsche und Dusche. Raus aus den Schlafsachen und beim Überqueren der Wiese schon fast am erfrieren. Doch die Leute aus dem Wohnwagen könnten mich sehen, da werde ich doch jetzt keinen Rückzieher machen!
Nach dem Abtrocknen ist es, auch nackig auf der Wiese, fast kuschelig warm. Doch zum radeln sollte ich mir wohl was überziehen.
Heute werde ich mal zu einer Flusstour aufbrechen. Dafür habe ich mir den Ätran ausgeguckt. Doch zunächst muss ich in Hestra einkaufen. Dann geht es über Nebenstraßen nach Ambjörnarp.
Der Vormittag ist furchtbar: Es ist düster, es regnet, aus dem Regen wird Dauernieseln. Ich habe das Gefühl, überhaupt nicht weiter zu kommen. Es scheint ständig leicht bergauf zu gehen.
Bis zum Mittag bessert sich das Wetter. Es bleibt kühl, aber wenigstens trocken. In Örsås steht an der Straße ein Schild Kaffeestuga. Dafür nehme ich jetzt gern einen Umweg in Kauf. Oh weh, die Kaffeestuga entpuppt sich als Vandrahem, das jetzt nur für Übernachtungsgäste geöffnet hat.
Also, auf zum Ätran und dann flussabwärts nach Ätran. Doch die Straße ist ein ganzes Stück vom Fluss entfernt und als ich kurz direkt am Fluss fahre, wird mir der Blick durch ein Klohäuschen versperrt.
In Mårdaklev gibt es ein Restaurant und damit wieder den Versuch einen Kaffee zu bekommen. Aber das Lokal ist wohl zu fein für mich: Vorgedeckte Tische mit weißen Tischdecken und jeder Menge Weingläser neben den Tellern. Nein, Kaffee gäbe es nicht, nur Essen. Aber ich könne doch mal gucken, ob das Clubhaus des Golfclubs nicht geöffnet wäre.
Nur, das Clubhaus liegt auf einem kleinen Hügel, und da kriegt mich nicht einmal die Aussicht auf einen Kaffee rauf. Ist wohl nicht mein Tag heute.
Die Straße ist wenigstens relativ eben und es lässt sich gut fahren. Ich durchfahre Ätran ohne ein Cafe zu entdecken, und dann stehe ich plötzlich in Drangsered vor einem Badeplatz.
Dann mache ich mir halt selbst einen Kaffee. Der tut gut, doch als mich wieder aufs Rad schwingen will, brauen sich über mir dicke Gewitterwolken zusammen. Obwohl mir der Platz zu öffentlich ist, und ich um 15.30 noch keinen Lagerplatz brauche, beschließe ich hier zu bleiben. Immerhin habe ich hier einen See für mein Morgenbad, einen Unterstand mit Tisch und Bank zum kochen und essen und einen Rasenplatz für mein Zelt (der sich später als ziemlich sumpfig herausstellt).
Das später beim Essen die Sonne doch noch durch kommt, und sogar richtig heiß sticht, konnte ich ja nicht ahnen. Aber da habe ich mich schon häuslich niedergelassen und auf der Karte ist in der Umgebung kein weiterer Badeplatz zu sehen.
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