Ich habe lange geschlafen, und so wird heute morgen wieder alles ein wenig später.
Während des Packens bekomme ich Besuch von einem Ehepaar. Ein nettes Pläuschchen, dann holen sie sich einen der herumstehenden Tische an den Strand, um dort erst einmal gemütlich Kaffee zu trinken. Kommodiges Schweden.
Bei strahlendem Sonnenschein mache ich mich auf den Weg. Der Supermarkt hat auch am Sonntag geöffnet, und ich decke mich mit allem Notwendigen ein.
Ich folge Banvallsleden nach Fridafors. Von dort will ich es wieder mit einer Flusstour versuchen. Ich habe Glück:
Banvallsleden führt entlang des Mörrumsån nach Karlshamn.
Ich komme durch beschauliche kleine Orte und, weil an einigen Häusern groß die Ortsnamen stehen, begreife ich endlich, dass Banvall Bahndamm bedeutet. Ich fahre auf einer still gelegten Bahntrasse.
Es gibt sogar ein wenig Radwegkunst.
Wer würde vermuten, dass diese beiden Köpfe zwei Seiten desselben Steines sind?
Was ist nur mit den schwedischen Städten los? Außer Auto fahrend sieht man fast keine Menschen! Karlshamn wirkt wie leer gefegt, nur am Hafen sind einige Leute.
Ich ergreife die Flucht und fahre über Mörrum nach Pukavik.
Dann geht es weiter über Näsum Richtung Vånga. Oder anders ausgedrückt: Vom Strand Richtung Skilift. Es geht überwiegend bergauf. Und das zu allem Unglück auch noch bei Gegenwind.
Zwischen Näsum und Vånga entdecke ich ein Vandrahem mit geöffneter Kaffestuga. Nichts wie hin! Es sind noch eine Menge anderer Gäste da. Doch kaum halte ich meinen Kaffee in den Händen schließt das Lokal. Natürlich darf ich noch bleiben so lange ich Lust habe, das Gedeck würde man dann morgen früh rein holen.
Ich habe keine Lust mehr weiter bergauf zu fahren und sehe mir den Umgebungsplan genauer an. Unten am See scheint es einen Badeplatz zu geben, und falls der nicht zum zelten taugt, kann ich mir am Ufer ja ein anderes Plätzchen suchen.
Der Platz ist ein großer Bootsanleger mit Vereinshaus, Rasen und kleinem Sandstrand. Camping förbjuden! Aber ist eine Nacht im Zelt schlafen schon Camping?
Das Zelt steht, der Kaffee ist gekocht, da kommt ein älteres Ehepaar auf mich zu gestürmt. Die werden mich doch wohl nicht vertreiben wollen! Nein, sie suchen nur eine Uhr, die sie am Nachmittag beim Baden verloren haben, und bitten mich, sie oben im Dorf vorbei zu bringen, falls ich sie morgen früh unterm Zelt entdecken sollte.
Als ich mich schlafen lege höre ich aus dem Vereinshaus ein Radio. Wohnt dort etwa jemand? Aber eigentlich ist es mir jetzt egal. Ich will schlafen.
82 km
2012:
330 km
2011:
2813 km
2010:
3339 km
2009:
5112 km