Am Morgen höre ich es tröpfeln. Missmutig öffne ich mein Zelt und schaue hinaus: Die Sonne scheint! Die Tropfen fallen von den Bäumen. Trotzdem muss ich heute ein nasses Zelt einpacken.
Auf dem Weg nach Vittskövle komme ich an einigen Höfen vorbei, die Erinnerungen an Mykonos wachrufen. Was auf Mykonos die Gassen, sind hier die Gemäuer der Gebäude.
Während ich mir, Kanelbullar essend, das Schloß von Vittskövle anschaue, werde ich von einer Ladung Bustouristen besichtigt. Weiter geht es Richtung Åhus. Doch auf eine Stadtfahrt habe ich keine Lust und so umfahre ich Åhus, indem ich in Ripa links abbiege. Über Horna, Rinkaby und Vanneberga geht es nach Trolle-Ljungby. Dort besichtige ich kurz das Schloß und fahre dann über Nymölla nach Bromölla.
Obwohl die Hauptstraße hinter Bromölla dreistellig nummeriert ist (und damit laut Kartenlegende eine Nebenstraße), herrscht mir hier zu viel Verkehr und in Raby weiche ich in ein Wohngebiet aus.
Dort wird aus der Straße eine Schotterpiste, neben der sich im Wald plötzlich ein gut ausgebauter Radweg befindet.
Mag ja sein, dass der einen Sinn hat. Also hinauf auf den Radweg.
Und dann ist auf einmal auch von der Schotterpiste nichts mehr zu sehen. Aber der Radweg gefällt mir, die grobe Richtung scheint auch zu stimmen, und so fahre ich dort weiter.
Nach einigen Kilometern kann ich einen Blick auf den Ivösjön werfen und komme dann tatsächlich in Näsum an.
Auch hier bleibe ich einfach auf dem Radweg, der mich offensichtlich immer weiter nach Norden bringt. Leider wird der Weg durch häufige versetzte Sperren etwas nervig, und vor Jämshög werde ich dann einmal so richtig nass.
Doch der Schauer zieht schnell vorbei und ich kann zum trocknen dem Treiben auf einer Motocrossbahn zusehen.
In Olofström fahre ich einige Tankstellen an, um eine neue Straßenkarte zu bekommen. Meine, in Ystad gekaufte, reicht nur noch einige Kilometer. Aber es ist nichts zu machen. Es gibt nur Karten im Maßstab 1 : 800 000, und so eine habe ich noch dabei.
So bleibt mir nichts anderes übrig, als vorerst auf größeren Straßen weiter zu fahren. Auf der 116 fahre ich nach Kyrkhult. Dort entdecke ich eine ausgeschilderte Fahrradroute. Kurzentschlossen fahre ich auf dieser Route weiter.
Ich kreuze einige Straßen und nach kurzer Zeit bin ich ziemlich orientierungslos.
Ortsnamen, die ich auf Schildern entdecke, sind auf meiner Übersichtskarte nicht zu finden und größere Orte sind nicht ausgeschildert. Das wird mir irgendwann aber zu mulmig, und als ich ein Schild nach Fridafors entdecke schlage ich diese Richtung ein.
Das hätte ich wesentlich kürzer haben können, aber dann hätte ich dieses wunderschöne Natursofa nicht entdeckt. Auf direktem Weg geht es nun weiter nach Ryd. Als ich kurz hinter Ryd ein Schild mit einem Campingplatz entdecke, kenne ich mein heutiges Ziel. 80:- SEK werden mir vom Platzwart abgeknöpft, wobei er mir erzählt, dass Radler und Kanuten eigentlich keine Campingkarte benötigen.
Ich wundere mich über sein akzentfreies deutsch und erfahre, dass er vor fünf Jahren von Deutschland nach Schweden ausgewandert ist.
In den wenigen Minuten, die ich brauche um mein nasses Zelt an einem sonnigen Platz aufzustellen, werde ich von Mücken zerstochen. Selbst die lange Fahrradhose hindert sie nicht und ich ärgere mich mal wieder, kein Kapuzenshirt mitgenommen zu haben: Das Basecap lässt den Mücken auf dem Kopf noch jede Menge Stechmöglichkeiten.
107 km
2012:
330 km
2011:
2813 km
2010:
3339 km
2009:
5112 km