Der Morgen beginnt wieder mit Sonnenschein. Er ist zwar noch nicht stark genug um das Zelt richtig zu trocken, aber so lange warten möchte ich nicht. Sonst haben mich die Mücken bald komplett ausgesaugt.
Der kleine Robin lässt es sich nicht nehmen mich bis zur Ausfahrt zu begleiten. Schon seit gestern Abend versucht er mir mit seinem Fahrrad zu imponieren, aber auf die Straße darf er ohne die Eltern noch nicht.
Nach dem Abschied, Robin mag mich gar nicht fahren lassen, suche ich mir meinen Weg und treffe nach einiger Zeit auf die Radroute Åsnenrund. Doch der Åsnen ist groß. Wo genau befinde ich mich?
Beim Weiterfahren orientiere ich mich grob an der Himmelsrichtung, bis ich an eine Straße komme, die ich auch auf meiner Karte wiederfinde.
Schnell sause ich nach Torne um dort in einem Campingplatzlokal meine Mittagspause zu verbringen. Statt einer Tasse Kaffee bekomme ich dort gleich eine ganze Thermoskanne voll serviert. Das ist mir natürlich sehr sympathisch, auch wenn der Wirt vielleicht nur, ungestört mit seinen Freunden, ein offensichtlich sehr spannendes Handballspiel gucken will.
Eigentlich will ich nun über die Brücke von Torne nach Vrankunge, aber direkt vor der Brücke gibt es gleichzeitig drei Radrouten: Sverigeleden, Åsnenrund und Banvallsleden. Ich folge Sverigeleden, kreuze die 23 und komme, entlang des Salen, über Blädinge nach Alvesta. Am Sonntagnachmittag macht die Stadt einen ziemlich leblosen Eindruck und an den Tankstellen sind wieder nur Motorradkarten zu bekommen. Also weiter auf Sverigeleden nach Växjö.
Doch irgendwo scheine ich ein Schild übersehen zu haben, denn plötzlich befinde ich mich in Gemla. Dort bekomme ich von Radlern die Auskunft, dass es nur über die Hauptstraße nach Växjö ginge. So richtig glauben kann ich es zwar nicht, aber bevor ich mich noch weiter verfahre...
Fünf Kilometer bis zur 23 und dann noch sieben Kilometer bis Växjö. Die Stadt erscheint mir ziemlich groß, aber eine brauchbare Karte bekomme ich auch dort nicht. Doch bei jeden Halt kommen Jugendliche auf mich zu, denen ich irgendwie das Radreisen erklären muss: Woher? Wohin? Wie viele Kilometer? Reichen vier Packtaschen für Lebensmittel? Bei den Fragen staune ich mehr über die Jugendlichen als die über mich!
Aus Växjö hinaus suche ich mir eine große Straße nach Norden. Doch plötzlich stehe ich vor einer Schranke. Nein, die Straße ginge nur auf eine Halbinsel und dort könne ich wenden und auf einem Weg wieder zurück, bekomme ich dort zur Antwort.
Also folge ich einer - sehr stark befahrenen - mehrspurigen Straße nach Westen um auf die 30 zu kommen. Aber auch die hört plötzlich auf. Die ganzen Autos wollten entweder ins Wohngebiet oder auf die Kraftfahrzeugstraße.
Bin ich nun in Växjö gefangen?
Ich fahre noch einmal Richtung Zentrum und folge von dort der Ausschilderung nach Åjaby. Dort lasse ich mich auf einem Campingplatz nieder um morgen weiter zu fahren. 90:- SEK muss; ich hier zahlen. Aber dafür ist der Platz frei von Mücken!
105 km
2012:
330 km
2011:
2813 km
2010:
3339 km
2009:
5112 km