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30.08. am Furen lasse ich mich verwöhnen

Meine ursprüngliche Idee, nach Stockholm zu radeln, habe ich in der Nacht verworfen. Nur an den Hauptstraßen mag ich nicht fahren und ohne vernünftige Karten verfahre ich mich zu oft. Mindestens einen halben Tag habe ich jetzt schon verloren.

So, von einer Menge Ballast befreit, fahre ich beschwingt am Växjöer Flugplatz vorbei. Schnell erkenne ich, dass ich auch hier noch nicht auf die 30 komme, aber nun habe ich ja Zeit und genieße eine kleine Runde auf einer Halbinsel im Helgasjön. Dann umrunde ich den Flugplatz und komme so endlich auf die richtig Straße.

Weg nach Moheda

Doch so richtig gefällt es mir hier auch nicht. Es herrscht eine Menge Auto- und Lastwagenverkehr, und auch den berühmten schwedischen Seitenstreifen, für langsam fahrende Fahrzeuge, gibt es nicht.

So nutze ich die erste auf meiner Karte ersichtliche Möglichkeit, und biege in Ör nach Moheda ab.

Ein Tankwart erklärt mir, wie ich von hier am besten nach Rydaholm komme und schenkt mir dazu eine kleine Umgebungskarte. Von Rydaholm soll es weitergehen Richtung Värnamo. Taxifahrer kennen sich bekanntlich aus und so frage ich einen nach der besten Strecke.

Ich kann noch ein Stück auf der Nebenstraße bleiben, dann muss ich auf der 27 weiter. Doch die ist mindestens so schlimm wie die 30 am Morgen.

Aber in Horda steht an einem Rastplatz ein Umgebungsplan, und ich entdecke eine Nebenstraße auf der ich eventuell ein wenig fahren kann.
Diese Nebenstraße führt mich am Furen vorbei und dort entdecke ich einen wunderschönen Lagerplatz am See. Zwar ist mir 16.00 Uhr zu früh um mein Lager aufzuschlagen, und ein Wohnmobil steht auch schon dort, aber den Platz merke ich mir trotzdem.

Am Furen

Ich fahre weiter bis nach Bor ohne einen besseren Lagerplatz zu sehen, bekomme auch dort keine brauchbare Straßenkarte und fahre wieder zurück zum Furen.

Zu dem WoMo gehören zwei Männer und eine Frau aus dem Schwäbischen. Bevor ich mir meine Nudeln kochen kann, werde ich von den dreien zum Essen eingeladen. Anschließend gibt es heimischen Wein und wir spielen stundenlang Uno.

So sympathisch mir die drei sind, bestätigen sie gleichzeitig meine Vorurteile gegenüber WoMo.
Das man günstig leben möchte und den Wagen mit Alkoholika und Lebensmitteln aus Deutschland voll packt kann ich verstehen.
Aber wenn ein WoMo-Führer genaue Wegbeschreibungen zu kostenlosen Abstellmöglichkeiten mit sanitärer Einrichtung gibt, genau beschreibt wo und wie man die Wassertanks kostenlos auffüllt, kann ich auch die Kommunen verstehen, die "Camping verboten" Schilder aufstellen.
Für die Müllentsorgung, den Unterhalt der Plätze und der sanitären Anlagen müssen die Kommunen aufkommen.
Als Radtourist bringe ich wenigstens ein Teil des Geldes zurück: Ich esse mehr als ich schleppen kann, ich nächtige des öfteren auf Campingplätzen, ich suche heimische Lokale auf etc.
93 km

29.08. zurück oder weiter 31.08.



Jahreskilometer

2012:

330 km

2011:

2813 km

2010:

3339 km

2009:

5112 km

Termine

19.08.12

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