Das Wetter macht wieder einen guten Eindruck, nur etwas kühl ist es am Morgen noch. Um 10.30 Uhr verabschiede ich mich von meinen Nachbarn und fahre nach Bor. In einem Cafe, das gleichzeitig auch die Post ist, decke ich mich mit Postkarten ein. Da zehn Karten den gleichen Preis haben wie fünf, habe ich einstweilen genug. Die ersten beschreibe ich gleich hier bei einem Kaffee.
Gleich hinter Bor kann ich abbiegen und gelange so über Nebenstraßen nach Värnamo. Auf Anhieb finde ich hier die Touristeninformation. Die ist leider gerade geschlossen. Aber es liegen ein paar kommunale Karten zum Mitnehmen aus.
Gleich nebenan gibt es einen Buchladen und, kaum zu glauben, hier finde ich endlich eine Straßenkarte von Südschweden. Maßstab 1 : 250 000.
Perfekt ausgerüstet geht es nun weiter zum Store Mosse Nationalpark. Schwedens größtes zusammenhängendes Moorgebiet südlich von Lappland.
Die Fahrt dorthin ist nicht so schön: Wieder jede Menge Laster, die mich auch bei Gegenverkehr überholen müssen.
Den Nationalpark hätte ich mir gerne genauer angesehen, aber die Pfade scheinen nicht für Fahrräder gemacht zu sein. Und mein ganzes Hab und Gut stundenlang auf dem Parkplatz stehen lassen will ich nicht.
So verzichte ich auf Store Mossen und radle weiter. Es ist schon erstaunlich: Auf manchen dreistelligen Straßen fühle ich mich wie auf der Autobahn, auf anderen, wie jetzt auf der 152, bin ich ganz alleine.
Östlich am Flaten vorbei geht es weiter nach Marieholm. In der Ferne sehe ich bedrohlich ein Unwetter auf mich zukommen. Als dunkle Streifen kann sich sogar die Regenschauer erkennen. In Åsenhöga erwischt es mich dann.
Bei Sonnenschein beginnt es zu hageln! Nach wenigen Minuten ist das Unwetter vorbei.
Einige Kilometer hinter Åsenhöga dann Verwirrung. Ich bin in Hestra. Völlig unmöglich, das kann nicht sein! Nein, der Ort hat nur wenige Häuser. Es muss mehrere Orte mit diesem Namen geben.
Aus der Straße wird eine rote Schotterpiste. Ich kriege Bedenken. Bin ich wieder in einer Sackgasse? Doch ich mag diese Schotterpiste und fahre erst einmal weiter. Dann wird aus der Schotterpiste wieder Asphalt und ich stehe vor einer Kreuzung mit Wegweisern. Ich bin wirklich da, wo ich sein wollte!
Von Tranhult geht es nun weiter nach Valdshut. An einem kleinen See hat man mir ein nettes Pausenplätzchen eingerichtet: Vier rote Gartenstühle um einen kleinen runden Tisch mit roter Tischdecke und Keksdose. Kekse für mich? Das kann ich mir nicht vorstellen. Aber vielleicht dient die Dose als Aschenbecher? Neugierig öffne ich sie und...
zum Vorschein kommt ein Gästebuch in das ich mich nun eintrage.
Weiter geht es über Öreryd nach Hestra. Ein kurzes Stück muss ich dabei auf der 26 fahren. Dabei entdecke ich ein Schild: Badeplatz. So nah an einer Hauptstraße befürchte ich dort allerdings eine Invasion von WoMo.
Also, weiter über Nebenstraßen zum Campingplatz. Doch dort komme ich nicht mehr an. Vorher entdecke ich direkt vor Hestra einen großen gepflegten Platz am See. Auf dem Parkplatz steht nur ein kleiner Wohnwagen und ich kann mich auf der Wiese ausbreiten.
96 km
2012:
330 km
2011:
2813 km
2010:
3339 km
2009:
5112 km