Wie gut, dass man ein Handy auch als Wecker benutzen kann. So bin ich heute schon um 8:45 Uhr losgekommen.
Auf kleinen Landstraßen geht es strikt nach Osten, wobei ich ganz in der Nähe Campingplätze (in Åby und Rottne) entdecke, die nicht in meiner Karte eingezeichnet sind.
Als ich hinter Eke wieder auf die 23 will, sehe ich von rechts einen Radfahrer kommen. Ich kann es kaum glauben, aber es ist tatsächlich Roland. Schweden ist wohl doch kleiner als ich dachte. Allerdings will auch der Hund mich begrüßen und bringt Roland, mit seinem Gehampel im Hänger, ganz schön zum schlenkern. Also trete ich lieber in die Pedalen und warte an der nächsten Bushaltestelle auf die beiden.
Wir berichten kurz von unseren Erlebnissen und vergleichen die Karten. Roland hat die letzte Nacht auf einem Campingplatz in Växjö verbracht, den schlechtesten Platz seit er von Arnhem aufgebrochen ist, und musste dafür 150.- skr zahlen.
Dann geht es weiter nach Åseda zum einkaufen.
Hier ist gerade ein kleines Fest und ich werde mit Abba-Songs begrüßt.
Auch Roland sehe ich hier noch einmal kurz wieder.
Nach den nötigen Besorgungen schwinge ich mich wieder aufs Rad - und es beginnt zu regnen.
Einige Kilometer bleibe ich noch auf der 23, dann geht es auf der 138 weiter nach Virserum. Hier herrscht zwar weniger Verkehr, aber Regen, Kälte, dunkle Wolken und fehlender Seitenstreifen demotivieren mich. Durch die regennasse Brille sieht die Welt auch nicht besser aus.
In Virserum fahre ich den ersten Kiosk an. Ich brauche einen heißen Kaffee. Doch es gibt leider keinen. Das Leben kann grausam sein. Die Weiterfahrt ist eine einzige Quälerei.
Doch ich schaffe es noch bis nach Målilla und, in einer Dönerbude gleich am Ortseingang, bekomme ich endlich den ersehnten Kaffee. Als im gleichen Moment die Sonne wieder durchkommt, bin ich der glücklichste Mensch auf Erden.
Auf der 34 geht es frohen Mutes weiter nach Hultsfred. Ich folge der Ausschilderung zum Campingplatz und wundere mich über die großen Zelte, die überall herumstehen. Auch auf dem Campingplatz nur Riesenzelte und jede Menge Bauarbeiter. Nun erfahre ich, dass hier in einigen Tagen ein großes Rock-Festival stattfindet und der Platz deshalb noch geschlossen ist.
Da bis tief in die Nacht gebaut wird, darf ich auf keinen Fall bleiben. Doch eine Alternative weiß auch niemand. Eigentlich habe ich keine Lust noch weiter zu fahren, aber was soll ich tun?
Ich fahre ein Stück am See entlang und frage jeden der mir entgegenkommt nach Campingmöglichkeiten. Niemand hat eine Idee. Doch dann stehe ich plötzlich vor einer Wiese mit Baustellenklos und einer Pfadfinderkote. Ob ich mich einfach dazu gesellen kann?
Eine Spaziergängerin verrät mir, dass die Wiese zu dem gelben Kiosk in der Nähe gehört. Dort werde ich von einer Frau sehr freundlich empfangen und natürlich kann ich dort mein Zelt aufschlagen.
Es gibt zwar keine Duschen und auch keinen Zugang zum See, aber dafür ist der Platz kostenlos, und ich bin froh nicht weiter fahren zu müssen.
120 km
2012:
330 km
2011:
2813 km
2010:
3339 km
2009:
5112 km