Früh morgens um sieben lasse ich mich vom Handy wecken. Doch warum eigentlich? Ich bin müde und statt blauem Himmel kann ich nur dunkle Wolken entdecken.
Mit dem Gedanken, heute nur bis zum nächsten Campingplatz zu fahren, stehe ich ganz langsam auf. Weil ich nicht genug Wasser zum Spülen habe, und auch nicht an den See kann, gibt es zum Frühstück nur Bananen und Kanelbullar statt Müsli. Die Schuhe sind auch noch nicht wieder trocken...
An frisch und munter ist heute Morgen nicht zu denken. Mühsam begebe ich mich zum Kiosk um mich für die Übernachtungsmöglichkeit zu bedanken.
Und bevor ich auch nur "Hej" sagen kann, bekomme ich eine Tasse Kaffee vorgesetzt.
Schon beginnt die Sonne zu scheinen, doch der Wetterbericht hat wechselhaftes Wetter angekündigt. Die Frau erzählt mir noch ein wenig vom Kioskbetrieb und vom Festival (ist gut fürs Geschäft), dann mache ich mich auf den Weg.
Trotz der nassen Schuhe bleiben meine Füße warm. Wozu High-Tech-Socken, wenn es doch Falke Walkies gibt?
Auf direktem Weg geht es über die 34 nach Vimmerby. Hier dreht sich alles um Astrid Lindgren und ihre Geschichten. In Astrid Lindgrens Värld hätte ich gerne ein paar Kindheitserinnerungen aufgefrischt, doch es sieht nicht so aus, als wenn ich dort mit dem Rad hindurch könnte.
Auf der 34 fahre ich weiter Richtung Kisa. Obwohl die Straße recht eng und die Autofahrer schnell sind, kann ich auf dieser Straße gut und mit sicherem Gefühl fahren. Doch immer nur Straße sehen wird auch mal langweilig, und so biege ich nach Gullringe ab, um auf Nebenstrecken weiter zu fahren.
Ganz gemächlich radle ich bis zum Verveln, wo ich dann aber dringend eine Esspause einlegen muss. Genau zum richtigen Zeitpunkt wie ich kurze Zeit später feststelle.
15, 12, 9! Ich bin froh, das ich den Berg mit 6 km/h hochkomme. Dafür werde ich mit einer rasanten Abfahrt belohnt. Dann der nächste Berg. Wieder 6 km/h, aber die Abfahrt wird noch schneller als beim ersten Mal.
Macht das Spass!
Doch bei 58 km/h muss ich die Bremsen ziehen. Die nächste Kurve ist zu unübersichtlich.
Ziemlich schnell bin ich in Kisa.
In der Hoffnung auf weitere Berg- und Talfahrten durch hübsche Bullerbys fahre ich auf Nebenstrecken weiter nach Norden. Den Campingplatz in Rimforsa ignoriere ich. Es ist noch früh und ich fühle mich fit.
Einige Kilometer weiter, bei Bestorp, müsste es noch einen geben. Ich denke schon es gibt ihn nicht mehr, als ich endlich ein Schild sehe: Sätravallet 4 km. Der Platz sieht mehr nach Ausflugsort denn nach Campingplatz aus. Sogar einen Skilift gibt es auf dem Platz.
Die Rezeption ist nicht besetzt, doch im Cafe sagt man mir das ich mein Zelt ruhig aufstellen kann. Bezahlen könne ich ja morgen früh wenn ich wolle.
Wie ich das zu verstehen habe, merke ich als ich den Rasen betrete. Offensichtlich hat es hier in letzter Zeit viel geregnet. Der Rasen fühlt sich an wie ein getarnter Sumpf. Hoffentlich versinke ich hier nicht.
Nach dem schlechten Start am Morgen ist es doch ein schöner Tag geworden. Obwohl ich immer wieder von Regenwolken umzingelt war, bin ich trocken geblieben, hatte sogar Sonne und leichten Rückenwind.
111 km
2012:
330 km
2011:
2813 km
2010:
3339 km
2009:
5112 km