Heute morgen bin ich um Einiges fitter als gestern und kann den nassen Platz schon um 9:30 Uhr verlassen. Übers Bezahlen brauche ich mir keine weiteren Gedanken zu machen. Es ist niemand da, der Geld von mir kassieren könnte.
Über kleine Nebenstraßen geht es weiter nach Sturefors. Ich kreuze den Kinda Kanal und weiter geht es nach Linköping.
Die Route ins Centrum scheint ziemlich gut ausgeschildert, aber ich muss wohl ein Schild übersehen haben. Plötzlich, nach einer Baustelle geht es so steil bergauf, das kann keine Radroute sein, und ich finde mich in einem Wohngebiet wieder. Ich vertraue auf meinem Orientierungssinn, komme auf eine andere Route und so schließlich doch ins Centrum von Linköping.
Bei strahlendem Sonnenschein lasse ich mich auf einen Kaffee in der Fußgängerzone nieder.
Aus Linköping hinaus zu finden ist etwas schwieriger. Zwar gibt es die ausgeschilderten Fahrradrouten, aber ich weiß natürlich nicht, durch welche Viertel bzw. Vororte ich fahren muss. Nach einigem Umherirren finde ich eine Parallelstraße zur E4 und komme damit über Linghem und Gistad Richtung Norrköping.
Doch in Norsholm treffe ich auf den Götakanal.
Warum soll ich nach Norrköping fahren, wenn ich auch am Götakanal entlangradeln kann? Als ich an einer Schleuse den Kanal überqueren muss, werde ich von der Schleusenwärterin aufgehalten. Sie will mir das zweite Schleusentor schließen, weil ich am ersten eine Stufe zu überwinden hätte.
Gleich nach der Schleuse geht der Weg bergauf.
Ich höre es zwei Mal knacken, dann habe ich den ersten Kettenriss meines Lebens. Ich schiebe weiter, bis ich einen Platz finde um sie zu reparieren. Als es dann weitergeht, bin ich froh meinen Helm zu tragen. Einen Radweg der aus so groben Steinen besteht habe ich noch nie gesehen. Das Fahren wird so zu einer ziemlich wackeligen Angelegenheit und bei Steigungen dreht das Hinterrad durch.
Zum Glück hat diese Piste irgendwann ein Ende. Ich muss nur noch einen steilen Felsblock auf Schotter überwinden, dann kann ich über Söderköping bis nach Mem durchfahren. Doch vorher lege ich auf dem Felsen eine Pause ein.
Die Weiterfahrt versüsse ich mir, indem ich versuche ein Touristenschiff zu überholen. Bevor wir Mem erreichen, habe ich es geschafft.
Eigentlich wollte ich von hier aus weiter nach Stegeborg. Doch das geht nicht. Ich muss nach Norden fahren.
Wieder geht es steil bergauf und wieder reißt die Kette. Nachdem ich sie unter den Augen einiger Hobbykapitäne repariert habe, fahre ich zurück nach Söderköping. Eine neue Kette muss her. Doch niemand hier kennt ein Fahrradgeschäft oder eine Werkstatt.
Also suche ich erst einmal nach einem Campingplatz. Morgen ist auch noch ein Tag.
Der Campingplatz ist klein und man hört den Straßenlärm, aber er ist familiär und gleicht eher einem Freilichtmuseum. Und wenn ich das Schild richtig verstehe, gibt es hier sogar ein Frühstücksbuffett für 49:- SEK.
107 km
2012:
330 km
2011:
2813 km
2010:
3339 km
2009:
5112 km