Um 5:30 Uhr werde ich geweckt. Endlich hat das Gewitter eingesetzt. Das Zelt hält zwar dicht, aber Sturm und prasselnder Regen lassen mir das Kondenswasser vom Dach ins Gesicht spritzen.
In der Hoffnung, dass das Gewitter irgendwann endet und eine gereinigte Luft hinterläßt schlafe ich noch ein paar Stunden weiter. Das ist auch nötig, nachdem ich in der Nacht mehrmals von Mopeds und jauchzenden Leuten, die vom Badeplatz kamen, geweckt wurde.
Und dafür soll ich jetzt auch noch 160:- SEK bezahlen.
An der ersten Tankstelle im Ort mache ich Halt, um mir einen Umgebungsplan anzuschauen. So ganz traue ich meinem Orientierungssinn innerhalb von Städten nicht mehr. Es weht ein starker Wind, der mir aber einigermaßen wohlgesonnen ist. Er kommt aus westl. Richtung und damit meistens von schräg hinten. Zum Glück gibt es hier fast keinen Autoverkehr, denn manche Böen kommen recht schwungvoll und bringen mich zum schlenkern.
Doch es macht Spass, so mit dem Wind zu spielen. Hinter Hulta muss ich allerdings kämpfen. 4 km frontal gegen den Wind, dann geht es auf der E22 weiter. Ziemlich viel Verkehr hier. An der Raststätte Tindered nehme ich mir eine kleine Auszeit.
Bei Björnsholm verlasse ich die Straße um auf einer Nebenstrecke nach Vestervik zu fahren. War das eine gute Idee! Bis nach Piperskärr fahre ich auf eine tollen, nahezu verkehrsfreien, Straße. Hier gibt es alles auf einmal: Felsen, Wald, Wildblumenwiesen, Wasser. Sogar 2 Elche bekomme ich kurz sehen. Doch bei meinem Anblick ergreifen sie, trotz der großen Entfernung, schnellstens die Flucht.
In Västervik lege ich eine Pause ein. Kurze Zeit später drohe ich zu verzweifeln.
Auf einer kleinen Nebenstraße will ich weiter nach Gunnebo. Offensichtlich gibt es diese Straße nur auf meiner Karte. Selbst die Polizisten sagen mir, dass ich nur über die E22 nach Gunnebo komme. Die E22 ist hier zweispurig und voll wie eine deutsche Autobahn zu Ferienbeginn. Und das alles ohne Seitenstreifen.
Einmal tief durchatmen und los gehts. Hier habe ich regelrecht Angst. Dann sehe ich unter mir eine Schotterpiste. Als die Leitplanken eine Abfahrt von der Straße erlauben fahre ich runter. Doch es handelt sich nur um eine Hofeinfahrt. Immerhin kann ich hier gefahrlos die Straße überqueren und zurück fahren.
Ich finde die Schotterpiste wieder, doch wo auch immer sie hinführt, Gunnebo kann es nicht sein. Ziemlich entnervt fahre ich zurück, durch die Stadt, und dann weiter zum Campingplatz.
Mit 180:- SEK der teuerste, und für meinen Geschmack, schlechteste Platz auf dieser Tour. Familiencamp heißt hier: Touristennepp und überteuerte Geschäfte direkt auf dem Platz. Jede Menge Hüpfburgen für die Kinder und jeden Abend Disco für die älteren Kinder.
107 km
2012:
330 km
2011:
2813 km
2010:
3339 km
2009:
5112 km